https://doi.org/10.51814/ufy.1039.c1440 „Ohne Dich…“ Die Gesichter der Trauer in den Texten auf den Grabzeichen zweier deutscher Tierfriedhöfe Doris Wagner ORCID: 0009-0003-4820-6104 ——— Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier verändert sich zunehmend in unserer Gesellschaft. Das eine Extrem sind Schlachttiere, die ausschließlich für den Verzehr gedacht sind, das andere Heimtiere, die verwöhnt und geliebt werden. Für Heimtiere gibt es nicht nur Spielzeug, Spezialfutter, Kleidung usw., sondern auch Gesundheitsdienste wie z. B. Physiotherapie. Dem Tierwohl wird heutzutage zunehmend Rechnung getragen. Einen wesentlichen Beitrag zu unserer heutigen Mensch-Tier-Beziehung leistete der so genannte Animal Turn, der Tiere nicht mehr als Objekte, sondern als Subjekte betrachtet. Heimtiere werden immer öfter auf einem Tierfriedhof beerdigt. Für die Tierhal- ter/-innen bietet der Tierfriedhof einen Ort, an dem sie ihr verstorbenes Tier würdevoll beerdigen können und an dem ihre Trauer soziale Akzeptanz findet. In diesem Beitrag werden die Texte auf den Grabzeichen der Gräber zweier deutscher Tierfriedhöfe untersucht. Die Hauptfrage gilt dabei den Emotionen, die in den Trauersprüchen zum Ausdruck kommen. Trauer hat bekanntlich viele Gesichter, die von negativen Emotionen wie Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Traurigkeit bis zu positiven Emotionen wie Liebe, Dankbarkeit und sogar Humor reichen. Für diese Studie wurden mittels der Durchsicht 44 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen aller Grabzeichen die sieben am häufigsten vorkommenden Emotionen ausfindig gemacht und auf ihre Versprachlichung hin untersucht. Dabei interessierten auch eventuelle regionale Unterschiede in Bezug auf die Trauerkultur der beiden Tierfriedhöfe, weshalb die Tierfriedhöfe auch deshalb ausgesucht wurden, weil sie in unterschiedlichen Kulturregionen Deutschlands liegen. Schlüsselwörter: Emotionen, Grabzeichen, regionale Trauerkultur, Tierfriedhöfe Abbildung. Grabzeichen des Hundes Chipsy auf dem Tierfriedhof München Hallbergmoos (Mün16). 1 Vorbemerkung In diesem Beitrag werden die Texte auf den Grabzeichen der zwei deutschen Tierfriedhöfe (im Folgenden TF) Teltow (Brandenburg) und München- Hallbergmoos (Bayern) untersucht. Die TF liegen in unterschiedlichen Kultur- regionen, was ausschlaggebend für ihre Auswahl war. Es wird davon ausge- gangen, regional kulturelle Unterschiede in Bezug auf die Trauerkultur zu 45 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen finden, die sich in den Texten auf den Grabzeichen zeigen. Ein weiterer Grund für die Wahl dieser TF ist, dass mir von diesen beiden TF Fotos sämtlicher Gräber vorliegen. TF sind, wie auch Humanfriedhöfe, Orte der Trauer, auf denen die Hinterbliebenen ihrer Verstorbenen gedenken. Dies wird u.a. in sprachlicher Form getan. In dieser Studie geht es darum herauszufinden, welche Emotionen in den Texten ausgedrückt werden, denn die Trauer hat viele Gesichter (z.B. Liebe, Verzweiflung, Humor, Hoffnung), wie sich bei der Analyse der Texte noch zeigen wird. 2 Der Animal Turn Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier haben seit Ende des 20. Jahr- hunderts einen Paradigmenwechsel erfahren, der in den 70er Jahren mit Beginn der Human-Animal Studies eingeläutet wurde. Dieser Paradigmen- wechsel geht „hin zur Wahrnehmung von Tieren als Individuen […], als Subjekte und nicht länger als Objekte“ und wird als „Animal Turn“ bezeichnet (Ullrich 2019: 38). Dieser Animal Turn hat eine Diskussion darüber in Gang gesetzt, wie Tiere von uns behandelt werden sollten und ob wir das Recht haben, sie zu töten. Für Haraway (2003: 11–19) ist es wichtig anzuerkennen, dass eine Differenz zwischen unterschiedlichen Lebewesen besteht. Sie plädiert dafür, sowohl Menschen als auch Hunde sowie andere Lebewesen trotz dieser Differenz grundsätzlich als Subjekte zu betrachten (2003: 12). Nur so sei eine intersubjektive, vertrauensvolle Beziehung zueinander möglich. Als Argumentation dient ihr die artenübergreifende Beziehung eines Menschen zu einem Hund, dem Tier, das den Menschen schon immer begleitet und beschützt hat (2003: 13). Singer (2008: 32) spricht sich für ein „Grundprinzip der Gleichheit“ aus. Als Argument, dieses „Prinzip […] auf nichtmenschliche Tiere1 auszudehnen“, dient ihm die Fähigkeit des Tieres zum Leiden. Dies führt zu der Frage, ob der Mensch Tiere töten darf. Wolf (2014: 10) ist grund- sätzlich gegen die Tötung von Tieren. Das stärkste Argument für seine Haltung ist das „Beraubungsargument“, was bedeutet, es sei „Diebstahl und Gewalt, einem empfindungsfähigen Lebewesen seine Prämie von Lebenszeit und Lebensfreude zu verkürzen“ (Wolf 2014: 12). Das Leiden und Sterben von Pferden und Hunden im 1. Weltkrieg brachte Baratay (2014: 30) zu der ——— 1 Auch Schurrman / Redmalm (2019: 33) sprechen von non-human animals. 46 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen Aufforderung, eine Tiergeschichte zu schreiben, die das Tier als eigen- ständigen Akteur betrachtet. Anders ausgedrückt bedeutet dies Baratay zufolge, das Erleben der Tiere im 1. Weltkrieg aus tierischer Perspektive zu schreiben, d.h. die Sicht der Tiere einzunehmen. Luy (1998) zufolge ist die Frage, ob der Mensch Tiere töten darf, schon seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden gestellt worden. In seiner Dissertation diskutiert er die Stellungnahmen von 16 Philosophen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, von Hermachos von Mytilene (geb. 325 v. Chr.) bis Dieter Birnbacher (geb. 1946). Im Vergleich zeigt Luy, dass das Töten von Tieren weder als moralisch noch als unmoralisch angesehen wird bzw. wurde. Er selbst ist jedoch der Meinung, dass die Legalität der Tiertötung einen „vernünftigen Grund“ haben sollte (1998: 162). Eine grundsätzliche Frage danach, wie wir mit Tieren umgehen und ob wir sie wirklich kennen, stellen die Autor/-innen in Sachser (Hrsg.) (2022). Auch von theologischer Seite wird der Umgang von uns Menschen mit den Tieren hinterfragt. Nach Hagencord (2017: 9) „[trennt] uns kein Graben von den anderen Geschöpfen […]“. Wir seien mit allen verwandt und dieses Wissen solle ins Bewusstsein gerückt werden angesichts der vielen Tiere, die in „immer größeren Tierfabriken und Schlachthöfen verschwin- den“. Dies sind nur einige von vielen Stimmen aus unterschiedlichen Diszipli- nen, die durch die Hinterfragung unseres Verhältnisses zu Tieren zum Animal Turn geführt haben (s.o.). Unser Verhältnis zu Tieren ist trotz Animal Turn noch recht ambivalent: Einerseits werden Tiere zum Schutz und als nützliche Helfer für den Menschen eingesetzt, etwa bei der Jagd, als Therapietiere, als Lastenträger, bei der Polizei, im Militärbereich und in der Freizeit. Die Kehrseite sind Schlacht- tiere, die als Nutztiere der Nahrungsmittelproduktion dienen und deshalb in Massen gehalten und am Fließband geschlachtet werden. Eine Entfremdung von Menschen und Nutztieren sowie die Verdrängung der Massentötung sind die Folge.2 Den Gegenpol bilden die Heimtiere (früher Haustiere).3 Sie leben ——— 2 Der aktuelle Dokumentarfilm von David Späth „Wir und das Tier – Ein Schlacht- hausmelodram” (2023) beschäftigt sich auf kritische Weise u.a. damit, welchen Einfluss die Tötung der Tiere auf die Menschen hat, die in den Schlachthöfen die Tiere schlachten sowie mit dem Einfluss, den die Tötung auf die Fleischverzehren- den hat. 3 „Als Heimtiere werden jene Tiere bezeichnet, die aus Interesse am Tier oder als Gefährten im Haushalt gehalten werden oder hierfür vorgesehen sind“ (Art. 2., 47 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen gewöhnlich mit ihren Halter/-innen im selben Haushalt, werden geliebt und umsorgt. Eine reiche Auswahl an Zubehör für die Tiere zeugt von der Bedeu- tung der Tiere für ihre Halter/-innen: Tierkleidung, Spielzeug, Futter, Gesund- heitsdienste wie z.B. Physiotherapie oder Tierärzte/Tierärztinnen. Das Tier- wohl nimmt in unserer Gesellschaft einen immer größeren Platz ein, was m.E. auch auf den Animal Turn zurückzuführen ist. Die Äußerung von Wieden- mann (2009: 123), der von Anthromorphisierung spricht, wenn Tiere analog wie Menschen behandelt werden, was auch die Zuschreibung menschlicher Eigenschaften aus dem mentalen Bereich beinhaltet (z. B. kognitive Fähig- keiten), ist m.E. nicht mehr zeitgemäß. Meitzler (2019: 125) meint eine Vermenschlichung im sprachlichen Ausdruck festzustellen, weil Tiere nicht ver-, sondern begraben werden und ein Leichnam betrauert und nicht ein Kadaver entsorgt wird. Die Ausführungen zum Animal Turn belegen jedoch, dass Meitzlers Feststellung auf dem neuen Beziehungsverhältnis zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren beruht und nicht auf Anthropo- morphismus. 3 Tierfriedhöfe Wie schon erwähnt, haben die verstorbenen Tiere mit ihren Halter/-innen im selben Haushalt gelebt, ebenso wie andere Familienmitglieder. Sie teilten eine lange Zeit das Leben mit ihnen. Daher haben viele Halter/-innen das Bedürf- nis, ihre Tiere würdig auf einem TF zu bestatten. Laut Neurath (2019: 302–303) „[stehen] Humanfriedhöfe für Tierfriedhöfe Pate […], sie fungieren als kultu- relles Leitbild.“ Dies macht sich auch bei der Grabgestaltung bemerkbar. Auf Tiergräbern finden sich gewöhnlich, wie auf Humangräbern, Grabzeichen.4 Die Gräber sind abgegrenzt und mit Grabschmuck versehen. Bei Besuchen von Humanfriedhöfen fällt auf, dass die Grabgestaltung auf den TF vielfältiger ——— Abs. 2 lit. b TSchV). Dabei kann der Begriff der Heimtiere sowohl Haustiere als auch Wildtiere umfassen, wie dies etwa bei Hamstern oder Wellensittichen der Fall ist, da sie nicht als domestiziert gelten. Entscheidend für die Einteilung eines Tieres in die Kategorie der Heimtiere ist, dass mit seiner Haltung nicht in erster Linie wirtschaftliche Absichten verfolgt werden. “ (Tier im Recht o.J.). 4 Tiergräber können auch mehrere Textträger haben, die in dieser Studie alle als Grabzeichen bezeichnet werden, sofern es sich nicht um kommerzielle Zeichen handelt. 48 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen ist als auf Humangräbern. Auf TF finden sich kommerzielle oder selbstge- fertigte Textträger in allen Farben, Formen und Materialien und die Texte sind oft selbst verfasst und handgeschrieben. Auf den Gräbern gibt es allerlei Spielzeug, gemalte Bilder oder bunte Windräder, was stark an Kindergräber erinnert. Auch Kindergräber sind mit bunten Utensilien geschmückt (z. B. Windrädern) oder mit Spielzeug und Bildern. Die Grabgestaltung auf Human- friedhöfen hat sich in den letzten Jahren auch gewandelt und geht von der recht einheitlichen Gestaltung zu einer kreativen über. Auf den Grabsteinen finden sich nicht unbedingt mehr Bibelzitate oder gängige Grabsprüche, sondern durchaus Humoristisches.5 Der Grabschmuck kann auch aus Uten- silien bestehen, der den oder die Verstorbene/n beschreiben oder ihm/ihr wichtig waren. Auf den Gräbern der TF ist die Kreativität jedoch immer noch stärker ausgeprägt als auf den Humangräbern. TF weisen in der Regel keine religiösen Zeichen auf, was teilweise auf ein ausdrückliches Verbot in den Friedhofsordnungen zurückzuführen ist. Manche Friedhofsbetreiber/-innen erlauben religiöse Zeichen, andere nicht. Aber auch auf TF, bei denen keine solchen Beschränkungen bestehen, sind kaum religiöse Zeichen zu finden. Auf TF geht es grundsätzlich weltlicher zu als auf den Humanfriedhöfen. Der größte Unterschied zwischen Human- und Tierfriedhöfen liegt jedoch darin, dass die Tierhalter/-innen die Wahl haben, ihr verstorbenes Tier auf einem TF zu beerdigen, anstatt es bei den Tierärzte/Tierärztinnen zu lassen oder, falls vorhanden, im eigenen Garten zu begraben. Menschen hingegen unterliegen dem Bestattungszwang. Sie müssen gemäß des Bestattungsgesetzes des jeweiligen Bundeslandes, in dem der Verstorbene bestattet werden soll, beigesetzt werden. Häufig stößt die Trauer von Menschen, die ein Tier verloren haben, auf Unverständnis von Menschen, die die Trauer für ein Tier für übertrieben halten. Doch für die Hinterbliebenen ist es wichtig, dass ihre Trauer um das geliebte Tier sozial anerkannt wird (Worden 2011: 66–67) und keiner Recht- fertigung bedarf. Die Akzeptanz der Trauer ist mittlerweile auch darin zu sehen, dass in Deutschland auf der Schwäbischen Alb die erste Kirche für Tierbestattungen am 2. Dezember 2023 ihren Dienst aufgenommen hat (Kir- che Tier o.J.). Auf einigen Humanfriedhöfen ist es möglich, Mensch und Tier in ——— 5 Vgl. die Veröffentlichungen von Benkel / Meitzler (2014) und (2016) mit kommen- tierten Fotos von Humangrabsteinen, die die Autoren auf unterschiedlichen deutschen Friedhöfen fotografiert haben. 49 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen einem gemeinsamen Grab beizusetzen. Das Tier wird in diesem Fall als Grab- beigabe behandelt (Spranger 2015: 32–33). Im Jahr 1996 existierten in Deutsch- land ca. 40 TF. Im Jahr 2014/15 gab es bereits 213 aktive TF (Olejnik 2016: 155).6 So verwundert es nicht, dass sich „um den Heimtiertod ein attraktiver und florierender Wirtschaftszweig gebildet [hat]“ (Meitzler 2017: 197). Es werden u.a. Urnen, Schmuckanhänger und Diamanten angeboten, die sich die Trauernden aus der Asche der Tiere pressen lassen können. (TierWelt, o.J.). Während die Human-Sepulkralkultur sprachlich schon breit untersucht wurde, rückte die Sepulkralkultur auf den TF erst in den letzten Jahren in den Fokus der Wissenschaft. Mit der Sprache in der Human-Sepulkralkultur beschäftigte sich u.a. Marja-Leena Piitulainen (1990), die deutsche Todes- anzeigen auf die Versprachlichung des Sterbens hin untersuchte. Das Inte- resse von Wessmann / Kolehmainen (2019) richtete sich auf die Namens- landschaft von zwei protestantischen Friedhöfen in Varkaus unter Berück- sichtigung der Zeit- und Sprachschichten ihres Untersuchungszeitraums. Eckkrammer (1996) untersuchte Todesanzeigen aus fünf europäischen Ländern mit dem Ziel, inhaltliche und sprachliche Unterschiede aufzudecken. Die Auflistung ließe sich noch erweitern mit Untersuchungen zu weiteren sprachlichen Aspekten wie etwa Namen auf Grabsteinen oder die sprachliche Gestaltung von Todes- und Gedenkanzeigen. Dagegen ist das Feld sprachlicher Untersuchungen der Sepulkralkultur für Tiere nahezu unbeackert. Sie wurde primär von den Disziplinen Architektur (Weisenfeld 2019: 109–110), Kultur- wissenschaft (Neurath 2019), Theologie (Preuss 2016, Rosenberger 2017) und Soziologie (Benkel 2013, Meitzler 2017) untersucht. Die Sprache wurde, wenn überhaupt, nur marginal behandelt (vgl. Neurath 2019: 181–224, 274–293; Meitzler 2019: 109–132). Einen umfangreichen Überblick über Untersuchun- gen zur Tiertrauer geben Schuurman / Redmalm (2019: 32–40) mit der Angabe zahlreicher Quellen. Zur Sprache gibt es m.W. derzeit nur systematische Untersuchungen im Bereich der Namenforschung bei Heimtieren (z.B. Linke / Anward 2015, Ganslmayer / Kürschner 2015), jedoch nicht auf TF. ——— 6 Laut E-Mail von Frau Baum (Bundesverband der Tierbestatter e.V., BVT) vom 6.2.2023 verfügt der BVT nicht über die aktuellen Zahlen, da er keine Möglich- keiten hat, die Anzahl der TF zu überwachen. Es gibt auch keine Pflicht, diese beim Verband zu melden, zumal viele Tierbestatter oder Betreiber von TF nicht Mitglied im BVT sind. 50 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen 4 Die untersuchten Tierfriedhöfe 4.1 Daten zu den Tierfriedhöfen Der TF Teltow im Bundesland Brandenburg wurde im Jahr 2003 gegründet. Er nennt sich Tierfriedhof Tierhimmel Teltow GmbH. Beerdigt werden i.d.R. nur Kleintiere. Die Liegezeit der Tiere beträgt zwei Jahre und ist bei Bedarf verlän- gerbar. Auf den Netzseiten des TF sind keine Vorgaben für die Grabgestaltung zu finden (Teltow 2023). Der TF München (Hallbergmoos) im Bundesland Bayern existiert seit 2004, wird privat betrieben und ist ebenfalls für die Bestattung von Kleintieren konzipiert. Die Liegezeit beträgt 3–10 Jahre und kann verlängert werden. Auch auf dem TF München gibt es keine Vorgaben für die Grabgestaltung (München 2023). Auf dem TF Teltow befanden sich zum Zeitpunkt, als der TF fotografiert wurde, 273 Einzelgräber, auf dem TF München 110. Anonyme Massengräber wurden nicht berücksichtigt. Die beiden ausgewählten TF sind, wie die Zahl der Gräber zeigt, unterschiedlich groß. Entscheidend war jedoch, wie schon weiter oben bemerkt, ihre geogra- fische Lage in unterschiedlichen Bundesländern und Kulturregionen, die eventuell auch Unterschiede in der Trauerkultur zeigt. 4.2 Der Untersuchungsgegenstand Grabzeichen Die Untersuchung der TF beschränkt sich auf die Grabzeichen auf den Gräbern. Unter Grabzeichen werden in diesem Beitrag sämtliche Textträger verstanden, die von den Trauernden selbst gemacht wurden oder die sie individuell für ihr Tier anfertigen ließen.7 Die überwiegende Zahl der Grab- zeichen sind solche, die nur die Namen und evtl. die Lebensdaten des Tieres enthalten. Sie werden nicht in die eigentliche Analyse mit einbezogen, weil sie keinerlei Texte enthalten. Das bedeutet nicht, dass die Halter/-innen der Tiere, für die diese Grabzeichen angefertigt wurden, nicht um ihre Tiere trauern. Die Emotionen der Trauer sind jedoch für Außenstehende nicht sichtbar, weil der fehlende Text zu viel Spielraum für Spekulation lässt. Die Emotionen können aufgrund der Fassungslosigkeit über den Verlust des Tieres so stark sein, dass ——— 7 Neurath (2019: 88–116) unterscheidet zwischen Erinnerungszeichen, Grabzeichen und anderen Grab-Accessoires mit Texten. Diese Unterscheidung ist für meine Untersuchung nicht relevant. 51 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen es den Tierhalter/-innen nicht möglich ist, ihre Trauer in Worte zu fassen. Neben vielen weiteren Möglichkeiten besteht auch die, dass die Halter/-innen den Namen und evtl. die Lebensdaten als Zeitraum, den das Tier bei ihnen verbracht hat, als essenziell betrachten. Des Weiteren bleiben auch Grab- zeichen unberücksichtigt, die als industriell gefertigte Massenware in den Friedhofs-Läden angeboten werden und die keinerlei individuelle Texte enthalten, wie z.B. Herzen mit der Gravur „Ich vermisse dich“ oder Engels- figuren mit der Gravur „Schutzengel“. Bei der Untersuchung werden even- tuelle grammatische oder orthografische Fehler, die sich auf den Grabzeichen befinden, aus Gründen des Respekts vor den Trauernden weder kommentiert noch korrigiert. Alle Fotografien der Gräber und Grabzeichen wurden mit einem Ortskürzel und einer Bildnummer versehen, für den TF Teltow z.B. das Kürzel Tel264, für den TF München z.B. Mün74. Dies erleichtert die Rückver- folgung in meinem Untersuchungsmaterial. Alle Bilder, die auf den Fried- höfen fotografiert wurden, sind in Bilddateien angelegt worden in Ordnern mit dem jeweiligen Namen des TFs, zu dem sie gehören. Eine Liste der Fotograf/-innen sowie der Zeitraum, wann die Bilder entstanden, findet sich vor dem Literaturverzeichnis am Ende des Beitrags. In einer Bilddatei, die über den folgenden Link für die Leser/-innen des Beitrags zugänglich ist, sind alle in den Analysebeispielen besprochenen Fotos enthalten: DOI 10.17605/OSF.IO/R26MB. 5 Analyse der Grabzeichen In diesem Kapitel werden die Texte auf den Grabzeichen untersucht. Da TF Orte der Trauer sind, werden alle Texte als Trauertexte behandelt. Die Trauer hat jedoch viele Gesichter.8 Diese Untersuchung ist auf die am häufigsten auftretenden Emotionen der Trauer auf den beiden TF Teltow und München (Hallbergmoos) beschränkt, d.h. auf folgende Emotionen,9 die in den ent- sprechend nummerierten Unterkapiteln untersucht werden: 5.1 Hoffnung, 5.2 ——— 8 Einen ausführlichen Überblick über das Profil der Trauer mit ihrer unterschied- lichen emotionalen Ausprägung vgl. im Literaturverzeichnis (DWDS Trauer). 9 In diesem Beitrag wird nicht zwischen Emotion und Gefühl unterschieden. Auch wird auf eine Definition des Begriffs Emotion verzichtet, da er je nach wissen- schaftlicher Disziplin unterschiedlich aufgefasst und definiert wird. 52 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen Traurigkeit, 5.3 Vermissen, 5.4 Liebe, 5.5 Erinnerung, 5.6 Dankbarkeit und 5.7 Humor. Die Reihenfolge der untersuchten Emotionen ist rein zufällig, denn Emotionen sind m.E. unvorhersehbar und folgen keiner logischen Reihen- folge. Für diese Untersuchung wird in jedem Unterkapitel zunächst die Definition für die jeweilige Emotion aus dem digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS o.J.) gegeben. Das DWDS wurde deshalb ausge- wählt, weil es linguistische Definitionen enthält mit weiterführenden Informationen sowie Wortfeldern, die unter dem jeweiligen Link eingesehen werden können. Komplexe Definitionen, wie sie die Psychologie oder die Neurowissenschaft anbietet, sind für diese Untersuchung nicht zweckdienlich. Es werden jeweils Textbeispiele in der Reihenfolge TF München (Hallberg- moos) und TF Teltow aufgelistet und die darin enthaltenen Emotionen anschließend in ihrem Kontext analysiert. In den Grabtexten sind häufig mehrere Emotionen gleichzeitig zu finden. Es wird jedoch nur die Emotion behandelt, die unter das entsprechende Unterkapitel subsumiert ist. Aus Platzgründen wurde die Anzahl der Beispiele auf vier für jede Emotion beschränkt. 5.1 Hoffnung Definition: „zuversichtliche Erwartung, dass etw. geschehen wird, zuversicht- liche Annahme; Aussicht auf etwas Günstiges“ (DWDS o.J. Stichwort Hoffnung). Die Untersuchung wird mit der Emotion Hoffnung begonnen, für die es im Untersuchungsmaterial für diesen Beitrag insgesamt sechs Beispiele gibt, wovon die vier aussagekräftigsten Belege weiter unten aufgeführt werden. Für die Hoffnung steht auf den TF häufig das Symbol der Regenbogenbrücke, ein Symbol, das als zentrales Symbol der Tiertrauer gilt (Effer 2021: 11). Die Regenbogenbrücke symbolisiert eine Brücke, die den Übergang in eine andere Welt bedeutet, in der alle Tiere eine wunderschöne Frühlingslandschaft erwartet, in der sie miteinander spielen. In dieser Welt treffen sie später ihre Menschen wieder und überschreiten zusammen mit ihnen die Regenbogen- brücke, um nie wieder getrennt zu sein (vgl. weiter unten Bsp. 1). Auf den Tiergräbern erscheint die Regenbogenbrücke in unterschiedlicher Form, z.B. in Gedichtform, als selbstverfasster Text, in einem Bild als Brücke oder als 53 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen Firmensymbol.10 Bei Tier-Trauerforen im Internet und für Tierbestattungs- unternehmen bzw. Krematorien ist das Regenbogensymbol ebenfalls bekannt.11 Trotz dieser Präsenz in unterschiedlichen Formen existiert in meinem Untersuchungsmaterial erstaunlicherweise noch kein kommerzielles Grabzeichen mit der Regenbogenbrücke. Sie ist auch in keiner Fremdsprache zu finden, obwohl auf den beiden TF viele Fremdsprachen vertreten sind: In Teltow Russisch, Turkmenisch, Weißrussisch, Mongolisch, Spanisch, Italie- nisch, Englisch und im brandenburgischen Dialekt; in München (Hallberg- moss) Russisch, Italienisch, Englisch und Bairisch.12 Im Folgenden werden die Beispiele aufgelistet, die im Untersuchungsmaterial zur Regenbogenbrücke zu finden sind: 4 Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. / Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens. / Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras. / Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort. / Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken, und es ist warmes schönes Frühlingswetter. / Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund. / Sie spielen den ganzen Tag zusammen. / Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen. / Sie sind nicht mehr mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben. / So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht. / Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß! / Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras. / Die Füße tragen es schneller und schneller. / Es hat Dich gesehen. / Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen, nimmst du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest. / Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder, und Du schaust ——— 10 Bilder und Firmensymbole wurden nicht in die Analyse einbezogen, da sie nicht unter die Kategorie Text subsumiert werden können. 11 Vgl. z.B. die folgenden Netzseiten: https://tierbestattung-straubing.de/die-regen bogenbruecke-brief/, https://www.tierbestattung-regenbogenbrücke.de/ oder https://www.tierforum.de/forums/33/. 12 Die Fremdsprachen werden in diesem Beitrag nicht besprochen, da sie einer gesonderten Untersuchung zu ihrem Vorkommen und ihrer Funktion bedürfen. 54 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres, das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen. / Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und Ihr werdet nie wieder getrennt sein… (Mün112)13 5 […] Am Ende des Regenbogens sehen wir uns wieder. (Tel15) 6 Wir sehen uns am Ende des Regenbogens […] (Tel264) 7 [Miss Lara] Vierzehn Jahre hast Du mich begleitet, Deine Seele nun weiterschreitet Und bin ich mal traurig, so weiß ich genau, wir sehen uns wieder, im Himmel so Blau (Tel219) Die Regenbogenbrücke als weit verbreitetes Symbol der Tiertrauer ist mittlerweile z.B. auch in einem Song präsent, der vom Loslassen eines geliebten Menschen oder einer Vergangenheit erzählt (Songtell o.J.). Die Beispiele aus München (Hallbergmoos) (1) und Teltow (2) und (3) zeigen, dass das Symbol der Regenbogenbrücke in erster Linie mit der Hoffnung verbun- den ist, das geliebte Tier später wiederzusehen, wenn ihre Halter/-innen eines Tages ebenfalls die Regenbogenbrücke überschreiten. Diese Vorstellung spendet den Hinterbliebenen auch Trost. In dem selbstverfassten Gedicht im Bsp. (4), einem Doppelgrab für zwei Katzen, wird auf dem Grabzeichen für „Miss Lara“ die Hoffnung des Wiedersehens sogar als Gewissheit formuliert. Hier ist es nicht die Regenbogenbrücke, die überschritten wird, sondern es wird allgemein von einem späteren Wiedersehen im Himmel ausgegangen. 5.2 Traurigkeit Definition: „Trauer, Betrübnis, Kummer“ (DWDS o.J. Stichwort Traurigkeit. Für die Emotion Traurigkeit finden sich insgesamt sieben Beispiele auf den beiden TF, von denen hier die m.E. aussagekräftigsten aufgelistet werden: 8 Ohne Dich… Zwei Worte so leicht zu sagen und doch so unendlich schwer zu ertragen […] (Mün16) 9 […] Viele Tränen haben wir vergossen! […] (Tel211) 10 Du lebst in meiner Klage und stirbst im Herzen nicht (Tel253) ——— 13 Das Gedicht stammt laut Preuss (2016: 192) aus dem Amerikanischen oder Englischen und wird auf dem Grabzeichen nach Preuss zitiert. 55 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen 11 Jeder Tag ohne Dich ist ein sinnloser Tag (Tel133) Das Beispiel (5) enthält einen Grabspruch, den die Bestattungsdienste sowohl für Mensch- und Tierbestattungen anbieten.14 Der weltliche Spruch hat, wie auch die anderen Sprüche in der Kategorie Traurigkeit, keinen religiösen Bezug. Im Bsp. (6) findet sich ein Satz aus einem Grabspruch, der ausschließlich für Hunde verwendet wird, z.B. für den Hund Fly, der auf der Gedenkseite des Bestattungsunternehmens „Rosengarten“ einen Eintrag bekam (Rosengarten Fly o.J.). Der Spruch ist sehr verbreitet. Es gibt Grab- laternen mit dieser Aufschrift und auch andere Portale wie Hundevereine nutzen diesen Spruch. (Grabspruch Hund o.J.). Die Trauernden erinnern sich darin v.a. an die charakteristischen Laute ihres Hundes, deren Fehlen beson- ders in der jetzt stillen Umgebung auffällt, in der der Hund gelebt hat, und die durch ihre Stille ständig an den Verlust erinnert. Der Satz aus dem Beispiel (7) stammt aus dem vierversigen „Kindertotengedicht“ des Biedermeier-Dichters Friedrich Rückert (1788–1866) (Kindertotenlied). Rückert schrieb zum Geden- ken an seine verstorbenen Kinder Luise und Ernst insgesamt 428 Kindertoten- gedichte, die von Gustav Mahler (1860–1911) vertont und dadurch berühmt wurden. Die im Bsp. (7) zitierten Zeilen stammen aus dem Gedicht „Du bist ein Schatten am Tage“. Die Gedichtzeile, die ursprünglich für zwei kleine Kinder verfasst wurde, wird hier für Tiere verwendet (Gedichte.x.bib.de o.J.). Diese ist m.E. ein Beleg dafür, dass Tiere von ihren Halter/-innen wie kleine Kinder behandelt werden, die geliebt, umsorgt und gepflegt werden und im Falle ihres Ablebens auch betrauert werden. Im handbeschrifteten Herz in Bsp. (8) geht die Trauer so weit, dass jeder Tag seit dem Tod des Tieres als sinnlos empfunden wird. Das Tier war offensichtlich der Lebensinhalt der Hinter- bliebenen. Keiner der hier analysierten Grabsprüche ist religiöser Natur, ein Indiz dafür, dass es auf TF, wie schon weiter oben bemerkt, eher weltlich zugeht.15 Dies zeigt sich in allen Kategorien der in diesem Beitrag besproche- nen Trauersprüche. Der Trend scheint sich auf Humanfriedhöfen fortzu- setzen, was damit zusammenhängt, dass Bestattungen heute nicht unbedingt ——— 14 Vgl. z.B. https://www.bamberg-bestattungen.de für Humanbestattungen und https://www.rosengarten-tierbestattung.de/ für Tierbestattungen. 15 Eine Ausnahme bildet ein Grab für vier Katzen auf dem TF München, auf dem für jede Katze ein eigener Bibelspruch ausgesucht wurde (Mün83, 84, 85, 87) 56 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen mehr aus religiöser Überzeugung geschehen, sondern wegen des Beerdigungs- zwangs, den die Friedhofsordnungen vorschreiben. Überraschend in dieser Kategorie ist, dass in keinem der Belege die Worte traurig oder Traurigkeit vorkommen. Der Zustand der Traurigkeit wird auf ganz unterschiedliche Weisen beschrieben. 5.3 Vermissen Definition: (jmd. vermisst jmdn., etw.) „sich mit Bedauern bewusst sein, dass man jmdn., etw. nicht mehr in seiner Nähe, nicht mehr zur Verfügung hat und es als persönlichen Mangel empfinden“ (DWDS.de o.J. Stichwort Vermissen). 12 Wir lieben und vermissen Dich sehr. (Mün13) 13 […], du fehlst Uns so. (Mün111) 14 Wir vermissen Euch jeden einzelnen Tag! (Tel17) 15 Egal was immer kommen mag, du fehlst mir von Tag zu Tag. (Tel211) Für die Emotion Vermissen gibt es auf den beiden untersuchten TF insge- samt 22 Beispiele, vorwiegend mit dem Inhalt „Wir/ich vermisse/n dich“ o.ä. Diese Emotion dominiert auch in den hier ausgewählten Belegen, zweimal als Verb vermissen (9), (11) und zweimal als fehlen (10), (12). Auch hier sind die Grabsprüche rein weltlich. Das Verb vermissen ist mit den insgesamt 22 Beispielen beider TF am üblichsten, während fehlen lediglich zweimal vertre- ten ist. Möglicherweise haben die Tierhalter/-innen sich dafür entschieden, eine andere Form zu benutzen, um von der allgemein üblichen abzuweichen. Ein weiterer Grund könnte auch die inhaltliche Unterscheidung der beiden Verben sein: Laut DWDS bedeutet vermissen, ‚es zu bedauern, etwas oder jemanden nicht mehr in seiner Nähe zu haben‘. Ähnlich, jedoch m.E. eine Nuance stärker ist die Bedeutung des Verbs fehlen: Das Verb bedeutet laut DWDS ‚etwas sehr vermissen‘, hat also die Verstärkungspartikel sehr bekom- men. Es wurde zusätzlich ergänzt durch das Substantiv Entbehrung. Dadurch wirkt das Verb fehlen im Vergleich zu vermissen emotional stärker und nach- haltiger. Im gereimten Beispiel (12) kleidet die/der Trauernde ihre/seine Zukunft in Worte, die bekräftigen, dass ihr/ihm das Fehlen des Tieres an jedem Tag erneut bewusst wird. 57 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen 5.4 Liebe Definition: „starkes Gefühl der Zuneigung, (a) für eine Person“, (b) für eine Sache“ (DWDS o.J. Stichwort Liebe). 16 ‚…And I will love thee still, my dear, While the sands o life shall run.‘ (englisch) (Mün123)16 17 Wenn alleine unsere Liebe dich hätte retten können, wärst du niemals von uns gegangen. (Mün22) 18 In ewiger Liebe (Tel141) 19 […] In ewiger unsterblicher Liebe […] (Tel148) Für die Emotion Liebe fanden sich insgesamt 38 Beispiele, die meisten in der Form „Ich/wir liebe/n dich“. Überraschend ist m.E. die Definition für Liebe im DWDS: Personen und Sachen sind die Ziele der Zuneigung. Aber wohin gehören Tiere? In dieser Definition werden Tiere offensichtlich unter Sachen subsumiert (vgl. Paragraph 90 a BGB). Vermutlich gilt das auch für alle Defini- tionen aus dem DWDS in diesem Beitrag. In den anderen Definitionen für die hier analysierten Emotionen ist die Trennung zwischen Mensch und Tier (Sache) wegen der andersartigen Formulierungen nicht direkt zu sehen. Der in Kapitel 2 beschriebene Animal Turn ist im DWDS noch nicht angekommen, sonst gäbe es eine dritte Kategorie für „nicht-menschliche Tiere“, wie sie Singer (2008: 28) für leidensfähige Geschöpfe, die nicht unter die Kategorie Menschen fallen, vorschlägt. In den Beispielen (13), (15) und (16) wird dem verstorbenen Tier Liebe über den Tod hinaus versprochen, im Bsp. (13) als Gedichtzeile, in Bsp. (15) und (16) als ewig während, im Bsp. (16) zusätzlich mit der Bekräftigung der Unsterblichkeit der Liebe. Im Bsp. (14) wird die Liebe als die Kraft der Tierhalter/-innen beschrieben, die das Tier für alle Ewigkeit vor dem Tod hätte retten können, wenn nicht andere Faktoren hinzuge- kommen wären, die nicht in der Hand der Hinterbliebenen lagen. Allen Belegen gemeinsam ist das Zeugnis der Unendlichkeit der Liebe, die die Tier- halter/-innen für ihre verstorbenen Tiere empfinden. Eine solch starke Bindung besteht gewöhnlich für Familienmitglieder, v.a. für Kinder, weil diese ——— 16 ÜS von DW: ‚Und ich werde dich immer noch lieben, mein Lieber, während der Sand des Lebens fließen wird.‘ Aus dem Gedicht: A Red, Red Rose von Robert Burns (1759–1796), schottischer Schriftsteller. 58 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen im Kindesalter noch nicht für sich selbst sorgen können, sondern von den Eltern abhängig sind. Dies zeigt einmal mehr, dass auch die Tiere in die Familien integriert waren und aufgrund ihrer Abhängigkeit von den Tierhalter/-innen behandelt wurden wie Kinder. 5.5 Erinnerung Definition: „1. Fähigkeit, Vergangenes durch das Gedächtnis in der Vorstellung wieder zu beleben; […] 4. Andenken, Gedenken“ (DWDS o.J. Stichwort Erinne- rung). 20 In jeder Träne liegt ein Tropfen Erinnerung und mit ihr ein Lied, das weiterlebt. (Mün99) 21 Du warst, du bist und wirst es immer sein. Ein Teil von unseren Herzen. / Wir werden dich nie vergessen. (Mün51) 22 Erinnerungen, die das Herz berühren, gehen niemals verloren. (Tel151) 23 Эрхэм хүндэт найз Флокки бид чамайг үргэлж санах болно (mongolisch) 24 Nunca te olvidaremos … (spanisch) (Tel122)17 Die emotionale Kategorie Erinnerung ist mit insgesamt 64 Beispielen die weitaus stärkste Kategorie, vorwiegend mit der Formulierung „Wir werden uns immer an dich erinnern“ o.ä. Bei den Texten der Beispiele (17) und (19) handelt es sich um Trauer- sprüche, die von Bestattungsinstituten für Menschen und für Tiere vorgehal- ten werden. Im Bsp. (17) wurde der ursprüngliche Trauerspruch abgewandelt, – „Licht“, wie es im Original heißt, wurde hier durch „Lied“ ersetzt. Diese Abwandlung erschließt sich nicht für Außenstehende. Sie ist nur für die Hinterbliebenen verständlich. Im Bsp. (19) handelt es sich um einen Grab- spruch, der sowohl für Menschen als auch für Tiere gebraucht wird. Er thematisiert die Erinnerungen an positive Erlebnisse, hier die besonders ——— 17 ÜS von DW: a) mongolischer Spruch: ‚Wir werden uns immer an dich erinnern, mein lieber Freund Flocki’; b) spanischer Spruch: ‚Wir werden dich nie vergessen…’. 59 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen emotionalen Erlebnisse mit dem verstorbenen Tier, die auch nach seinem Tod präsent bleiben. Das Bsp. (18) erinnert syntaktisch an die liturgische Formel „[…] Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar […]“, die in Deutschland einen Teil der Liturgie des evangelischen Predigtgottesdienstes bildet.18 Der erste Satz des Grabspruchs enthält drei unterschiedliche Zeiten des Seins für das Tier „du warst“ (Präteritum), „du bist“ (Präsens), „du wirst“ (Futur), ähnlich der drei Zeiten in der liturgischen Formel, die an die Anwesenheit der Drei- einigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist) in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft erinnern. Ob die Anlehnung des Grabspruchs an die litur- gische Formel Absicht war, wissen nur die Hinterbliebenen. Das Bsp. (20) zeigt ein Grabzeichen mit Sprüchen in den Sprachen Mongolisch und Spanisch. Beide Sprüche bringen zum Ausdruck, dass das Tier nicht vergessen, sondern immer erinnert wird. Das Vorhandensein der Fremdsprachen sowie ihre Funktion können an dieser Stelle nicht behandelt werden. Sie deuten jedoch darauf hin, dass das rein fremdsprachige Grabzeichen in einer deutsch- sprachigen Umgebung allein für die Trauernden bestimmt ist. 5.6 Dankbarkeit Definition: „1. entsprechend der Bedeutung von dankbar (1)“ (Bsp. Dankbar- keit empfinden) (DWDS.de o.J. Stichwort Dankbarkeit) 25 Danke Morle für die wunderschönen Jahre (Mün106) 26 Danke für die schöne Zeit mein kleines Herz […] (Mün39) 27 Danke für Eure Liebe und Treue […] (Tel272/273) 28 […] Danke für die schöne gemeinsame Zeit. […] (Tel56) Für die Kategorie Dankbarkeit finden sich auf den beiden TF insgesamt 14 Beispiele. Dankbarkeit kommt ausschließlich in der Interjektionsform „danke“ vor, z.B. als „Danke für die schöne Zeit“. Auch die hier vorgestellten Beispiele beginnen sämtlich mit „Danke“, aber die Anlässe, für die gedankt wird, unterscheiden sich voneinander. In den Bsp. (21), (22) und (24) ist es ——— 18 Vgl. z.B. den Ablauf des Predigtgottesdienstes der Ev. Kirchengemeinde in Massen (Predigt Massen). In ähnlichem Wortlaut wird diese liturgische Formal auch in katholischen Gottesdiensten gesungen (vgl. das Faltblatt des Kath. Erzbistums Köln (Katholischer Gottesdienst)). 60 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen allgemein die gemeinsame Zeit, die die Tierhalter/-innen mit ihren Tieren hatten und im Bsp. (23) wird gleich drei Tieren für ihre Liebe und Treue ge- dankt, zwei Eigenschaften, die diese Tiere besonders ausgezeichnet hatten und von ihren Hinterbliebenen entsprechend geschätzt wurden. Nicht der Verlust der Tiere wird in den Beispielen dieser Kategorie beklagt, sondern die Dankbarkeit für ihre Existenz betont, mit der sie das Leben ihrer Halter/-in- nen bereicherten. 5.7 Humor Definition: „gelassene Heiterkeit, die den Menschen befähigt, in schweren Situationen eigene und fremde Schwächen zu belächeln und den Mut zu bewahren“ (DWDS o.J. Stichwort Humor) 29 Als Hund eine Katastrophe, als Mensch unersetzlich (Mün4) 30 Hier wohnt Flecki (Mün9) 31 Hier ruht der beste Wecker der Welt […] (Tel106) 32 Aspasia Unsere Miss Überkandidelt (Tel285) Dass es auf TF durchaus auch humoristisch zugehen kann, zeigt diese Auswahl von Beispielen. Insgesamt gibt es 11 Belege, bei denen es sich haupt- sächlich um humoristische Namen bzw. Kosenamen für die Tiere handelt.19 Der Grabspruch in Bsp. (29) geht zurück auf eine reale Begebenheit, die sich im Jahr 2003 in Berlin zugetragen hat. Der damalige Bundespräsident Johannes Rau (1931–2006) hatte einen großen Hund namens Scooter. Bei einer Veranstaltung erkannte Scooter sein Herrchen, rannte auf Rau zu und warf ihn um. Rau reagierte auf diese Begebenheit humorvoll mit dem Spruch „Als Hund eine Katastrophe, als Mensch unersetzlich“ (Heer / Vennebusch 2001: 11). Seitdem ist dieser humorvolle Grabspruch auf vielen Tiergräbern zu finden, wie z.B. auf dem Grab aus Bsp. (29). Dem Tier wird die Eigenschaft „Mensch“ (resp. menschlich) zugeschrieben. Damit wird seine Tierhaftigkeit ——— 19 Vgl. dazu etwa die Literatur von Damaris Nübling, die Zoonyme untersuchte, u.a. auch Spitz- und Kosenamen sowie die Beziehung zwischen Mensch und Tier unter dem Gesichtspunkt der Namenforschung. Hier sei als erster Zugang der Artikel „Tiernamen als Spiegel der Mensch-Tier-Beziehung. Ein erster Einblick in die Zoonomastik.“ empfohlen, erschienen in Sprachreport 31 (2015/2), 1–7. 61 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen negiert. Rau war seiner Zeit weit voraus und hat offensichtlich anerkannt, dass Tiere Individuen sind, d.h. Subjekte und keine Objekte (Ullrich 2019: 38) und entsprechend behandelt werden sollten. Im Bsp. (30) wird das Grab als Wohnung für das verstorbene Tier betrachtet. Die Hinterbliebenen drücken damit auf humorvolle Art aus, dass das Tier für sie lediglich an einen anderen Ort umgezogen ist, aber immer noch für sie präsent ist. Im Bsp. (31) hat das Tier einen „Ruheplatz“ (Hier ruht…) und wird als Wecker bezeichnet. Damit charakterisieren die Hinterbliebenen die Eigenschaft, die sie an ihrem Tier besonders geschätzt haben. Sie brauchten keinen Wecker, denn das Tier hat seine Halter/-innen jeden Morgen pünktlich geweckt. Die hervorstechendste Eigenschaft am Tier im Bsp. (32) war den Hinterbliebenen zufolge sein über- kandideltes Wesen. Überkandidelt bedeutet laut DWDS ‚überspannt, ein bisschen verrückt‘ (DWDS o.J. Stichwort überkandidelt). Zusammen mit der Anrede „Miss“ entsteht das Bild eines Tieres, das seine Halter/-innen durchaus zu unterhalten verstand. Dass dies vorwiegend im positiven Sinne geschah, zeigen die Beisetzung des Tieres auf einem TF sowie das aufwändig gestaltete Grab. 6 Zusammenfassung In diesem Beitrag wurde auf den beiden TF Teltow und München (Hallberg- moos) die individuell gefertigten Grabzeichen auf den Gräbern untersucht. Der anfängliche Überblick über unsere Beziehung zu Tieren und der Animal Turn dienten dazu, einen ersten Zugang zur Thematik zu schaffen. Die beiden TF wurden deshalb ausgesucht, weil sie in unterschiedlichen deutschen Kul- turräumen liegen. Dieser Umstand warf zunächst die Frage nach eventuellen regionalen Unterschieden in Bezug auf die Trauerkultur auf. Dies war nicht der Fall: Die Gräber auf beiden TF sind, was ihre Gestaltung betrifft, vergleich- bar: weltliche Trauertexte, Blumen, Spielzeug für die Tiere usw. sind auf beiden TF gleichermaßen vertreten. Die einzige Ausnahme bildete ein Grab für vier Katzen auf dem TF München (Hallbergmoos), das für jede Katze einen eigenen Bibelspruch aufwies. Ansonsten zeigte sich, dass es auf beiden TF eher weltlich zugeht. Es war ein großer Unterschied in Bezug auf die fremd- sprachlichen Sprüche auf den TF zu bemerken, ‒ auf dem TF Teltow waren z.T. andere Fremdsprachen präsent als auf dem TF München (Hallbergmoos). 62 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen Diesem Befund wurde jedoch nicht weiter nachgegangen, da sich die Unter- suchung hauptsächlich auf Trauertexte mit den am häufigsten vorkommen- den Emotionen konzentrierte. Insgesamt wurden für diesen Beitrag sieben Emotionen untersucht, im Einzelnen Hoffnung, Traurigkeit, Vermissen, Liebe, Erinnerung, Dankbarkeit und Humor. Es sind die Emotionen, die auf den Grabzeichen am häufigsten vertreten waren und die nach einer zufälligen Reihenfolge untersucht wur- den, um keiner Emotion den Vorzug zu geben. Die Emotion Hoffnung wurde hauptsächlich durch das Symbol der Regenbogenbrücke symbolisiert, über die die Tiere in eine andere Welt übergehen, in der sie zu einem späteren Zeit- punkt ihre Menschen wiedersehen. Die Traurigkeit wurde auf unterschied- liche Weise ausgedrückt. Die Worte traurig bzw. Traurigkeit kamen jedoch in keinem der Belege vor. Die Emotion Vermissen wird zumeist direkt mit dem Verb vermissen ausgedrückt, in einem Fall durch fehlen, was m.E. ein emotional stärkeres Verb ist als vermissen. Die Emotion Liebe wurde in allen Belegen direkt mit dem Wort Liebe ausgedrückt. Die Erinnerung ist am häufigsten in den Grabtexten vertreten mit unterschiedlichen Formulie- rungen, die von der direkten Nennung bis zu Formulierungen wie „nicht vergessen“ reichte. Die Emotion Dankbarkeit erschien in den Belegen immer als Interjektion „Danke“ für etwas, das die Hinterbliebenen an ihren Tieren am meisten geschätzt hatten. Nicht die Trauer, sondern die Dankbarkeit stand im Vordergrund. In der letzten Kategorie, Humor, zeigte sich die Trauer von einer ganz unerwarteten Seite als humoristische Beschreibung der Tiere mit den Eigenschaften und Eskapaden, die die Trauernden an ihnen vermutlich am meisten geschätzt hatten. Literaturverzeichnis Primärquellen Link zu den in der Analyse besprochenen Fotos: DOI 10.17605/OSF.IO/R26MB. Fotograf/-innen der Tierfriedhöfe a) München (Hallbergmoos) Edda Fackler, München: Bilder 1–159, 12.04.2021 Wolfgang Hoffmann (Besitzer des Tierfriedhofs), München: Bilder 160–166, 30.04.2021 b) Teltow Birgit Hoffmann, Greifswald: Bilder 1–292: 17.04.2021 63 — Doris Wagner Gesichter der Trauer auf zwei deutschen Tierfriedhöfen Sekundärliteratur Baratay, Éric (2014): „Geschichtsschreibung von Seiten der Tiere. Leben und Sterben im Ersten Weltkrieg.“ Tierstudien 5, 30–46. Benkel, Thorsten (2013): Die Verwaltung des Todes. Annäherung an eine Soziologie des Friedhofs. (Freiburger Beiträge zur Kultur- und Sozialforschung 6). 2. Aufl. Berlin: Logos. 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